Dengue-Fieber: Symptome und Komplikationen

Dengue-Fieber ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion, die ganz unterschiedliche Verlaufsformen haben kann. Etwa 3 von 4 Infizierten merken gar nicht, dass sie Dengue-Fieber haben, denn es treten oftmals keine Krankheitszeichen auf. Symptome reichen von milden Beschwerden bis hin zu kritischen und potenziell tödlichen Komplikationen.


Dengue-Fieber: Inkubationszeit

In der Inkubationszeit, die etwa 4–6 Tage dauert, hast Du noch keine Beschwerden, aber das Virus vermehrt sich schon in Deinem Körper. In Einzelfällen kann diese Phase auch länger dauern. In dieser Zeit bekämpft Dein Immunsystem die Krankheit bereits und es kann gut sein, dass Du auch danach keine Symptome bekommst. Bei der Abwehr des Dengue-Virus bildet Dein Immunsystem spezielle Antikörper, die auch noch lange nach der Erkrankung im Blut nachweisbar sind.


Fieberphase einer symptomatischen Dengue-Infektion

Falls die Infektion etwas schwerer verläuft, folgt auf die Inkubationszeit die sogenannte Fieberphase.

Typische Symptome in der Fieberphase

Typische Symptome in der Fieberphase
Symptome | Kopf- und Gliederschmerzen

Kopf- und Gliederschmerzen

Fieber

Fieber (meist sehr hoch)

Dengue-Fieber: Symptome | Schmerzen hinter den Augen

Schmerzen hinter den Augen

Symptome | Leichte Blutungen wie Nasen- und Zahnfleischbluten

Nasen- und Zahnfleischbluten

Symptome | Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen

Gelenk-, Muskel- und Knochenschmerzen

Symptome | Übelkeit und anhaltendes Erbrechen

Übelkeit und anhaltendes Erbrechen

Durchfall

Durchfall

Dengue-Fieber: Symptome | Juckender Hautausschlag (Exanthem)

Juckender Hautausschlag (Exanthem)

Zudem können Laborwerte verändert sein:

  • Thrombozytopenie (auch Thrombopenie): verringerte Anzahl an Thrombozyten bzw. Blutplättchen im Blut
  • Leukozytopenie (auch Leukopenie): verringerte Anzahl an Leukozyten bzw. weißen Blutkörperchen im Blut
  • Albuminurie: Protein im Urin. Dies zeigt an, dass die Nierenfunktion gestört ist.

Thrombozyten oder Blutplättchen sind verantwortlich für die Blutgerinnung. Wenn ihre Zahl zu niedrig ist, kann es zu Blutungen kommen, die von minimalen Hauteinblutungen über Nasen- und Zahnfleischbluten bis hin zu gefährlichen Organblutungen reichen können.

Die drei Symptome Fieber, Ausschlag und Schmerzen in Kopf, Gliedern oder Gelenken werden auch als Dengue-Trias zusammengefasst.

Viele Beschwerden können auch bei anderen Krankheiten auftreten wie Zika, Chikungunya, Gelbfieber oder Malaria. Deshalb wird Dengue-Fieber über eine Differenzialdiagnose festgestellt. Dabei schließt ein*e Ärzt*in Krankheiten mit ähnlichen Anzeichen aus, bis eine sehr wahrscheinliche Diagnose übrigbleibt. Zum Ausschluss von anderen viralen und bakteriellen Erkrankungen und zur Bestätigung von Dengue-Fieber ist eine Blutuntersuchung notwendig.

Die Differenzialdiagnose ist der Schlüssel zur Unterscheidung des Dengue-Fiebers von anderen Infektionen und wichtig für eine angemessene Behandlung der Symptome.

Nach der Fieberphase folgt die sogenannte kritische Phase. Kritisch deswegen, weil sich jetzt entscheidet, ob es zu einem schweren Verlauf kommt oder ob das Dengue-Fieber ohne Komplikationen abklingt. Mediziner*innen unterscheiden dabei zwischen dem Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) und dem Dengue-Schock-Syndrom (DSS).

Schwere Verläufe treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf und bei Patienten, die schon einmal an Dengue erkrankt waren (also bei einer Zweitinfektion). Warnzeichen für schwere Komplikationen sind:

  • Anhaltendes Erbrechen
  • Starke Bauchschmerzen
  • Flüssigkeitsansammlungen
  • Schleimhautblutungen, zum Beispiel Zahnfleisch- oder Nasenbluten
  • Atembeschwerden
  • Lethargie bzw. Unruhe
Gut zu wissen

Gut zu wissen

Dengue-Fieber ist im Allgemeinen nicht ansteckend. Damit das Virus von einem Menschen auf einen anderen übertragen wird, braucht es in der Regel einen sogenannten Vektor. Im Fall von Dengue sind das weibliche Aedesmücken.


Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF)

Bei einem hämorrhagischen Fieber tritt eine sogenannte verstärkte Gefäßpermeabilität auf. Das bedeutet, dass die Blutgefäße undicht werden und Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe austreten kann. Gleichzeitig kommt es zu einem Abfall der Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie), die für die Blutgerinnung verantwortlich sind. Dadurch entstehen Flüssigkeitsansammlungen und Blutungen wie:

  • Stecknadelkopfgroße Einblutungen in Haut und Schleimhäute (Petechien)
  • Nasen- und Zahnfleischbluten
  • Magen-Darm-Blutungen, die erkennbar sind durch Bluterbrechen und blutigen Stuhlgang

Typische Symptome beim hämorrhagischen Dengue-Fieber (DHF)

Typische Symptome beim hämorrhagischen Dengue-Fieber
Symptome | Leichte Blutungen wie Nasen- und Zahnfleischbluten

Nasen- und Zahnfleischbluten

Symptome | Magen-Darm-Blutungen

Magen-Darm-Blutungen

Symptome | Übelkeit und anhaltendes Erbrechen

Bluterbrechen

Gerinnungsstörungen

Gerinnungsstörungen

Symptome | Juckender Hautausschlag

Petechien

Flüssigkeit im Gewebe

Flüssigkeit im Gewebe

Durchfall

Blutiger Durchfall


Dengue-Schock-Syndrom (DSS)

Das Dengue-Schock-Syndrom (DSS) entsteht durch den Flüssigkeitsverlust aus den Blutgefäßen hinein in das Gewebe. Dies führt zu einem Abfall des Blutdrucks und der Körpertemperatur sowie zu Atemnot und Herzinsuffizienz. Das Herz ist dann nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch kommt es zu einer Unterversorgung lebenswichtiger Organe wie Hirn und Nieren. Das DSS kann sogar zum Tod führen.

Typische Symptome beim Dengue-Schock-Syndrom (DSS)

Typische Symptome beim Dengue-Schock-Syndrom (DSS)
Blutdruckabfall/Schock

Blutdruckabfall/Schock

Atemnot

Atemnot

Herzinsuffizienz

Symptome | Magen-Darm-Blutungen

Organschäden


Risikofaktoren für schwere Verläufe von Dengue-Fieber

Mit Dengue-Viren kann man sich mehrfach infizieren. Je länger der Abstand zwischen der ersten und einer zweiten Dengue-Infektion ist, desto höher ist das Risiko einer schweren Erkrankung. Einige Reisende, die schon einmal an Dengue erkrankt waren, können daher ein erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung haben, wenn sie sich erneut infizieren.1,2

Auch sogenannte Komorbiditäten, einschließlich altersbedingter Krankheiten, können das Risiko für eine schwere Dengue-Infektion erhöhen.3,4 Dazu gehören: kardiovaskuläre Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Atemwegserkrankungen, Allergien, Nierenerkrankungen sowie hohes Alter.5,6

Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Antikoagulanzien können ebenfalls Einfluss auf den Verlauf nehmen.7,8


Genesungsphase nach einer symptomatischen Dengue-Fieber-Infektion

Nach der Fieberphase bzw. einem schweren Verlauf beginnt die Genesungsphase. In den meisten Fällen heilt das Dengue-Fieber ohne Folgeschäden ab.

Typische Symptome in der Genesungsphase

Typische Symptome in der Genesungsphase
Müdigkeit und Erschöpfung

Müdigkeit und Erschöpfung

Abgeschlagenheit

Abgeschlagenheit

Depressive Verstimmung

Depressive Verstimmung

Dengue-Fieber: Symptome | Juckender Hautausschlag (Exanthem)

Juckender Ausschlag

Die Genesungsphase kann sich über mehrere Wochen hinziehen, abhängig davon, wie schwer die Erkrankung verlaufen ist. Die Beschwerden klingen in dieser Zeit zunehmend ab, die Blutwerte stabilisieren und die Organe erholen sich. Trotzdem kann es zu starker Müdigkeit, Abgeschlagenheit und schwerer Erschöpfung kommen. Bei einigen Betroffenen können auch depressive Verstimmungen auftreten. Ein typisches Symptom in der Genesungsphase ist juckender Hautausschlag.

Haarausfall als Spätfolge9

Einige Dengue-Patienten bemerken einen vorübergehenden Haarausfall. Er ist diffus, also über den ganzen Kopf verteilt, und tritt erst ca. 2 Monate nach Beginn der ersten Symptome auf, weswegen er meist gar nicht mehr mit dem Dengue-Fieber in Zusammenhang gebracht wird.

Da die Haarfollikel aber nicht dauerhaft geschädigt sind, wächst das Haar mit der Zeit wieder nach, auch wenn hier oft etwas Geduld gefragt ist.


Prävention und Behandlung von Dengue-Fieber

Bisher ist nur ein Impfstoff gegen Dengue-Fieber verfügbar. Dieser ist jedoch nur für Personen im Alter von 9 bis 45 Jah­ren zugelassen, die in Endemiegebieten leben und bei denen eine durchgemachte Dengue-Virus-Infektion do­kumentiert ist.11 Deshalb sind bei einer Reise in die Tropen oder Subtropen geeignete Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche der beste Schutz vor Dengue-Fieber.

Auch eine ursächliche Therapie existiert nicht. Das heißt, die Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden, aber ihre Symptome. Ziele der sogenannten symptomatischen Therapie sind vor allem die Linderung von Beschwerden und die Stabilisierung lebenswichtiger Vitalfunktionen.

Die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) haben Richtlinien erstellt, wie Dengue-Fieber Schritt für Schritt behandelt werden sollte. Je nach Schwere ist eine Hospitalisierung oder stationäre Behandlung notwendig.10

 

Übergeordnete Quellen:

World Health Organization. Dengue Clinical Diagnosis.
(https://www.who.int/csr/resources/publications/dengue/012-23.pdf, Zugriff: Februar 2022)

World Health Organization. Dengue and severe dengue.
(http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/dengue-and-severe-dengue, Zugriff: Februar 2022)